Informationen für professionelle Helfer*innen

Die Anonymen Sexaholiker (AS) sind eine Gemeinschaft für Menschen, die ihr selbstzerstörerisches sexuelles Denken und Verhalten beenden wollen.

Viele AS-Mitglieder finden, dass ihre AS-Gruppe und eine gleichzeitige Therapie mit einem Profi sich gut ergänzen. Professionelle Helfer*innen sind eingeladen, ihre Klient*innen über AS zu informieren und ihnen vorzuschlagen eine AS-Gruppe, zu ihrer Unterstützung durch betroffene Gleichgesinnte, zu besuchen.

Die Anonymen Sexaholiker (AS) sind eine Selbsthilfe-Gemeinschaft von Einzelpersonen und Gruppen, die ein Zwölf-Schritte-Genesungsprogramm für Menschen anbieten, die süchtig nach Lüsternheit, Sex, Abhängigkeitsbeziehungen und verschiedenen Formen selbstzerstörerischen sexuellen Denkens und Verhaltens sind. AS ist eine relativ neue Zwölf-Schritte-Gemeinschaft. Das erste regelmäßig stattfindende AS-Meeting wurde 1981 in den USA gegründet. Im Jahr 1997 gab es ca. 1200 AS-Gruppen in zwölf Ländern auf der ganzen Welt. AS kam 1984 nach Deutschland und es gibt mittlerweile ca. 70 Gruppen im deutschsprachigen Raum.

AS-Mitglieder kommen aus allen Gesellschaftsschichten und zeigen eine große Bandbreite von zwanghaftem Sexualverhalten, von zwanghafter Masturbation bis zu Prostitution und von Pornografie bis zu abhängigen Beziehungen. In einigen Fällen ist das Verhalten extrem.
Der gemeinsame Nenner ist die Besessenheit von Sex in einem Ausmaß, wodurch das normale Leben unkontrollierbar geworden ist.
In der Tat haben Sexaholiker*innen die Kontrolle verloren. Sie haben nicht mehr die Möglichkeit sich frei zu entscheiden und sind nicht in der Lage, ihr selbstzerstörerisches Verhalten zu beenden.
AS erhebt nicht den Anspruch, diese Probleme für den einzelnen Menschen zu lösen. Auch hat AS keine Meinung darüber, ob Menschen mit dieser Art von Problemen Sexaholiker sind oder nicht.
Langjährige Mitglieder haben durch ihre Arbeit im AS-Programm gezeigt, dass sie in der Lage waren, für einen unbefristeten Zeitraum ihre Sucht nicht auszuagieren.

Die Genesung in AS beginnt damit, dass man seine selbstschädigenden sexuellen Verhaltensweisen aufgibt.
Nach dem Nüchtern-werden folgen die Mitglieder einer Reihe von persönlichen Aktivitäten, die als die Zwölf Schritte benannt sind, um von ihrer Suchtkrankheit zu genesen. Sie sind von den ursprünglichen Zwölf Schritten der Anonymen Alkoholiker abgeleitet. Diese Schritte beinhalten: Zugeben, dass es ein Problem gibt, Hilfe suchen, aufrichtige Selbstanalyse, vertrauliches Mitteilen, Wiedergutmachung, wo Schaden angerichtet wurde und Zusammenarbeit mit anderen Sexsüchtigen, die ebenfalls genesen wollen.
Im Mittelpunkt des Programms steht die Idee eines spirituellen Erwachens, wobei der praktische Wert und nicht das philosophische oder metaphysische Verständnis davon im Vordergrund steht.
Es gibt keine Berater*innen oder Therapeut*innen in AS.
Die Mitglieder treffen sich in regelmäßigen Meetings, in denen sie gemeinsam ihre Erfahrung, Kraft und Hoffnung über die Genesung von ihrer Sucht teilen. AS bietet keine berufsbezogenen, rechtlichen, finanziellen, psychiatrischen, medizinischen oder sonstigen professionellen Dienste an.

In der Regel dauern die Treffen 1-2 Stunden und finden in öffentlichen Einrichtungen, wie z.B. den Räumlichkeiten einer Kirche oder eines Wohlfahrtsverbandes statt.
Die Mitglieder treffen sich dort, es gibt normalerweise eine Art Lesung aus der AS Literatur oder ein Gastredner erzählt seine Geschichte.
Danach sprechen die Mitglieder einzeln und unabhängig voneinander darüber, wie sie das Gelesene oder Gesagte verstehen und welchen Bezug es zu ihren jeweiligen Erfahrungen in Genesung hat. Die Zeit kann auch dazu genutzt werde, um über eine bestimmte Schwierigkeit zu sprechen, die einen bedrängt.
Wir diskutieren und belehren nicht und jedes AS-Mitglied spricht nur von seinen eigenen Erfahrungen.

Nein. AS hat keine religiösen Bindungen oder Ansprüche.
Obwohl das Genesungsprogramm spirituell ist, ist es im Wesentlichen praktisch.
Unter den AS Mitgliedern finden sich sowohl Agnostiker wie auch Gläubige jeglicher Konfession.

Ja. AS-Treffen sind für Frauen und Männer, Verheiratete oder Ledige, homo- oder heterosexuell orientierte Menschen.

Die Anonymen Sexaholiker (AS) finanzieren sich vollständig selbst aus den freiwilligen Beiträgen ihrer Mitglieder.
AS lehnt finanzielle Angebote und wirtschaftliche Unterstützungen jeglicher Art von externen Einrichtungen oder Einzelpersonen ab.

Nein. Eine AS-Tradition besagt, dass „AS keine Meinung zu externen Themen hat; Daher sollte der AS Name niemals in öffentliche Streitfragen verwickelt werden“.
Es gibt nichts, was ein einzelnes AS-Mitglied daran hindern könnte, seine Meinung zu externen Themen zu äußern, aber niemand kann für AS sprechen.

AS ist gerne bereit mit professionell tätigen Menschen zusammen zu arbeiten, aber wir binden uns nicht an diese.
Die Anonymen Sexaholiker begrüßen die Zusammenarbeit mit Vertretern der Regierung, religiöser Organisationen, der helfenden Berufe und freiwilliger Organisationen.
Im Gegenzug ist AS gerne bereit, mit anderen, die an den Anonymen Sexaholikern interessiert sind, zusammen zu arbeiten, indem wir Informationen, Referenten, Literatur und Kontaktinformationen über Genesung durch die AS-Gemeinschaft zur Verfügung stellen.
Die Freundinnen und Freunde von AS, die selbst nicht an der Sexsucht leiden, haben entscheidend dazu beigetragen, dass die AS-Gemeinschaft weltweit wachsen konnte.

Die persönliche Anonymität wird von jedem einzelnen AS-Mitglied gewahrt. Bei Meetings werden in der Regel nur die Vornamen verwendet.
Werden Namen, Adressen und Telefonnummern untereinander ausgetauscht, dürfen diese nicht weitergegeben werden.

Nein. Eine Warnung: Wir können unseren Ehepartnern oder Familienangehörigen nicht die Dinge unseres Ausagierens enthüllen. Dies würde sie verletzen und unglücklich machen.
Wir haben kein Recht dazu, unsere Haut auf Kosten anderer zu retten.
Unsere Geschichte der Sucht können wir jemandem erzählen, der sie verstehen kann, aber nicht von ihr betroffen ist. Zu einem späteren Zeitpunkt im Genesungsverlauf ist der Schritt der Wiedergutmachung gegenüber unseren Angehörigen Teil des AS-Programms.

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